Schweizerisches Strafgesetzbuch STGB, SR 311.0

Die Bestimmungen des Privatkorruptionsstrafrechts, konkret die aktive und passive Privatbestechung, schützen das Vertrauensverhältnisses zwischen dem Agenten und seinem Auftraggeber vor der Beeinflussung durch einen aussenstehenden Dritten. Typischerweise basiert dieses Vertrauensverhältnis auf einem Auftrag oder einem Arbeitsverhältnis.

Im Heilmittelbereich kommen die Bestimmungen über die Privatbestechung insbesondere dort zur Anwendung, wo eine freiberuflich tätige oder privatrechtlich angestellte Medizinalperson einen Patienten berät oder einen Entscheid für den Patienten treffen kann. Für Unternehmen ist insbesondere von Bedeutung, dass die aktive Privatbestechung nach Art. 322octies StGB eine Katalogtat der Compliance-Haftung nach Art. 102 Abs. 2 StGB darstellt.